
Die vorrangige Zielsetzung der Errichtung und des Betriebs
von Beschneiungsanlagen ist eine Sicherung der
Schigebiets-Infrastruktur.
Eine fachgerechte Beschneiung trägt neben dem
wirtschaftlichen Aspekt wesentlich zum sicherheitstechnischen
und ökologischen Aspekt bei. Einerseits stellt sie während der
gesamten Schisaison die Befahrbarkeit der Pisten durch eine
gesicherte Schneelage sicher und entschärft dadurch auch
gleichzeitig Kanten, Kuppen und Engstellen. Andererseits
schützt sie aber auch die im Bereich der Pisten gegebene
Vegetation gegen Frostwirkung, Ausfrieren der Wurzelhorizonte und mechanische Schäden.
Insgesamt erfolgt durch den Betrieb einer Beschneiungsanlage
eine Sicherung der Betriebe, die in unmittelbarem oder
mittelbarem ökonomischem Zusammenhang mit der
Tourismusbranche und dem "Ländlichen Raum" (entsprechend
diverser laufender Entwicklungsprogramme) stehen.
Die Beschneiung wird nicht zur Saisonverlängerung verwendet.
Für die Beschneiung wird nur solches Wasser eingesetzt,
welches Beeinträchtigungen der Natur und der Gesundheit
der Pistenbenützer ausschließen lässt.

Beschneiungsanlagen sind komplexe technische Anlagen,
die eine Vielzahl von Komponenten umfassen. Im Bereich
der Pisten sind nur die eigentlichen Schnee-Erzeuger und
Zapfstellen sichtbar, die jedoch nur einen kleinen Teil
der Gesamtanlage bilden.
Stationsgebäuden, Kompressoren, Erdkabeln, Energieversorgungsanlagen, Steuerungen und den entlang der Pisten
aufgestellten Beschneiungsgeräten.
Die Errichtung und der Betrieb unterliegen Bewilligungen
mehrerer Materiengesetze (Wasserrechtsgesetz, Gewerbeordnung, Naturschutzgesetz etc.).

Der häufig verwendete Ausdruck "künstlicher Schnee" löst oft
fälschlicherweise die Assoziation zu Chemikalien mit Umweltbelastung aus. Richtig ist die Bezeichnung "technisch
erzeugter Schnee".
Natürlicher Schnee entsteht, wenn die in höheren Schichten
durch Abkühlung und Übersättigung atmosphärischer Luft
kondensierten Wassertröpfchen zu Boden fallen und sich
auf ihrer mehrminütigen Flugzeit durch ausreichend
kühle Luftschichten bewegen, um zu einem Schneekristall
auszufrieren.
Bei der Erzeugung des technischen Schnees wird Wasser in
Düsen von Schnee-Erzeugern zu feinsten Tröpfchen zerstäubt
und ausgeschleudert. Diese Tröpfchen werden in der kurzen
Flugzeit zwischen Düsenmündung und Auftreffen auf dem
Boden stark unterkühlt und mit Kristallisationskernen
(= Nukleation) in Berührung gebracht. Danach frieren sie zu
einem Schneekristall aus.
Dies geschieht ausschließlich durch einen physikalischen
Vorgang, der aus Verdampfung eines geringen Teils des
Wassertröpfchens zur Aufsättigung der ungesättigten
unmittelbaren Umgebungsluft mit Wasserdampf, dem Entzug
der Verdampfungswärme und einer nachfolgenden
Kristallisation besteht, jedoch keine Veränderung des
Wasserchemismus beinhaltet.
Das Schneien funktioniert umso besser, je tiefer die Luft-
und Wassertemperaturen sind, je geringer die relative Luftfeuchtigkeit ist und je besser die Nukleation erfolgt.
Der technisch erzeugte Schnee soll möglichst trocken und
leicht sein, weil er dabei den ökologisch günstigsten Aufbau
hoher Luftdurchlässigkeit, niedriger Wärmeleitfähigkeit
und geringer Vereisungsneigung hat. Diese Eigenschaften
kommen auch dem Schibetrieb entgegen. Je trockener der
technische Schnee ist, desto größere Mengen Schnee können
aus einer bestimmten Wassermenge erzeugt werden.

Es gibt grundsätzlich zwei Systeme, die Propeller- und die
Druckluft-Schnee-Erzeuger, jeweils bodennah oder auf einem
Turm bzw. als "Lanze".
Der Propeller-Schnee-Erzeuger besteht im Allgemeinen aus
einem kurzen Rohr großen Durchmessers, in dem ein Gebläse
mit Elektromotor angeordnet ist. Wasserdüsen an der
Mündung sprühen Wassertröpfchen und die danebenliegenden
Nukleatordüsen Eismehl in den Luftstrom.
Bei geeigneten Feuchtkugeltemperaturen in der Umgebungsluft gefriert das Wasser-Eismehl-Gemisch im Flug zu
graupeligen Schneekristallen.
Die Eismehlproduktion erfolgt mithilfe von in unterkühlte
Druckluft eingesprühtem Wasser.
Beim Druckluftsystem wird kühle Druckluft, die zumeist in
einer zentralen Kompressorstation erzeugt wird, über Rohrleitungen parallel zu den Wasserleitungen zum Schnee-
Erzeuger befördert.
Die Druckluft bewirkt Zerstäuben und Ausschleudern des
Wassers sowie die Nukleation des Gemisches und in Folge
die Schnee-Erzeugung unter Einbeziehung des Kältepotenzials
der Umgebungsluft.
Die Positionierung beider Systeme hoch über der Piste durch
Einsatz von Türmen bzw. "Lanzen" bewirkt eine längere Flug-
und damit Ausfrierzeit der auf der Piste landenden
Schneekristalle.
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